OKL

Expertenwissen gefragt, Jeans u. A.

Recommended Posts

Sabine Figge    1.084
Sabine Figge

Mit Beleg ist super, da muß Eckenband nicht sein.

Vlieseinlage gibt nach einigen Wäschen in Stretchjeans meist auf, sie zerbröselt irgendwann einfach. Bei leichterem Stoff kann man die nehmen, wenn der Bund sich aber nicht dehnen soll ist Webeinlage die richtige Wahl.

Nimm ganz dünnen Stoff für die Schrägstreifen, Hemdentuch oder sowas, evtl eignet sich das Taschenfutter. Die fertig gekauften Schrägbänder finde ich immer so sperrig.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
OKL    5
OKL

Okay, danke. Gewebeeinlage habe ich sogar noch da, G710 von Vlieseline, verwendet für Hemdkragen. Eventuell vertue ich mich auch falls Webeinlage bedeutet, dass es ein gewebter Stoff ist. Dann könnte ich ja einfach bisschen Webware mit einnähen, also den Stoff, denn ich auch für das Taschenfutter nehme.

In Ordnung, dann verstärke ich nur das Münzfach mit einem Stück Webkante.

Alles klar, auch ich nehme kein fertiges Schrägband, schneide oft gleich aus Webware welches zu. Für die Jeans brauche ich das ja ohnehin auch am Bund und für den Schlitzbeleg.

Zur Sicherheit habe ich auch noch Seraflex bestellt, falls das Alterfil Elastic nicht so gut geht. Ich hoffe, meine Nähmaschine kommt damit klar, dass der Faden beim Nähen durch die Unterspule nicht schon zu sehr gedehnt wird. Aber wie erwähnt, bei 3 Prozent Elasthan habe ich bisher mit dem normalen Garn keine Probleme festgestellt. Bin schon am Überlegen, ob ich in die Beinnähte nicht noch ein Zierband oder etwas Starres mit einnähe, dass sich die Hose nicht so in die Länge zieht und der Schritt womöglich dann zu tief hängt.

Dankeschön Sabine. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Sabine Figge    1.084
Sabine Figge

Alterfil ist sicher auch ein gutes Garn - wir haben in der Schneiderei hauptsächlich Gütermann, Coats, ein paar Spezialgarne von Amann-Mettler und Madeira.. das Flexgarn läuft gut in der Spule, die Spulspannung verstelle ich dafür nicht, es dehnt sich nicht beim Ablaufen, weil es eine etwas glattere Oberfläche als Universalgarn hat. Im Oberfaden muß ich Seraflex bei unseren Pfaffs durch einen zusätzlichen Garnständer laufen lassen, weil es sonst kringelt und beim nähen stockt. 

An den Nähten hat der Stoff ja durch die Nahtzugaben schon eine Verstärkung, da würde ich kein Band einnähen. Ich nähe öfters Reithosen aus sehr elastischem Material, da verstärke ich keine Nähte, wenn der Schnitt gut passt sitzen die super.

G710 passt, wenn Du das Taschenfutter oder andere Webware nimmst, fixiere sie mit Vliesofix oder Saumfix damit sie sich nicht im Bund zusammenknäult. Sicher hast Du keine Lust sie zu pikieren 😉

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
OKL    5
OKL

Ah okay, dann probiere ich das. Einen selbstgebauten Garnständer habe ich, die großen Konen mit 40er Garn könnte ich sonst nicht verwenden.

Bei meinem Schnittmuster habe ich eine breitere Münztasche und trotz Naht mit Nahtzugabe finde ich die Kante bisschen labberig, vor allem jetzt bei 5 Prozent Elasthan. Ich probiere es mal bei der nächsten Jeans aus. (Bild unten ist nur ein Beispiel).

..was man nicht alles beachten muss und benötigt.. :)  

jeans.png

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
OKL    5
OKL

Darf ich noch fragen wie du dafür sorgst, dass sich sehr dehnbarer Stoff auch ohne Dreifachtransport nicht so ausdehnt? Gerade wenn man den mit unelastischem Stoff vernäht. Ich versuche das mit Papier zu verhindern oder mit Papierklebeband. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Sabine Figge    1.084
Sabine Figge

Dreifachtransport habe ich nicht aber integrierten Obertransport, das erleichtert die Arbeit schon sehr. Mein Schnellnäher hat nur Untertransport, da führe ich den Stoff wenn möglich mit flachen Händen nach rechts und links gespannt, wenn das nicht geht, weil die Nahtzugaben schmal sind: mit links ganz leicht zusammengeschoben und mit rechts schiebe ich vorn mit einer langen Stecknadel - das erfordert etwas Übung, grade mit der Maschine (die ist richtig schnell, hat 'nen Drehstrommotor) aber mit 'ner Haushaltsmaschine (Tischmaschine oder mit Anschiebtisch) geht das sehr gut.

Wenn Deine Maschine verstellbaren Nähfußdruck hat, stell ihn möglichst schwach ein. Das verhindert, daß der Nähfuß den Stoff einbremst. Wo der elastische auf den festen Stoff genäht wird setze ich vorher eine Stütznaht in die Nahtzugabe vom elastischen Stoff, ca 1mm neben der Nahtlinie um unerwünschte Dehnung zu verhindern. Eine andere Möglichkeit, etwas unkonventionell aber gut machbar: den festen Stoff auf den elastischen nähen!

Anstatt Papier probier mal Solufix aus oder fixiere den elastischen Stoff mit einem ganz schmalen Streifen sehr dünner Vlieseline.

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
OKL    5
OKL

Hallo Sabine.
Beim auseinanderziehen wird dann, so wie ich das verstehe, der Stoff in die eine Richtung gedehnt und damit scheint er sich in die andere nicht mehr so auszudehnen, wo genäht wird. Bezüglich Schieben mit der Nadel.. Also mit der linken Hand den Stoff leicht zusammenschieben (Nährichtung?) und rechts mit der Nadel schieben, vor dem Transporteur sicher. Das müsste man echt mal auf Video sehen, ist schwierig vorstellbar. Den elastischen Stoff unten müsste ich mal probieren. Die Stütznaht wird wahrscheinlich bei Hosentaschen gut funktionieren, gerade beim Bund aber eher nicht, weil dort alles sichtbar ist. Das war schon immer ein Problem, laut Schnittmuster ist die Innenseite mit H250 zu bügeln, die Außenseite nicht. Beim Nähen hat sich dann die unverstärkte Seite naturgemäß stärker gedehnt und ich hatte zu tun, die Naht durchgängig hinzubekommen - ohne dass sich der Stoff zu sehr verzogen hat. Ich weiß, ab sofort nehme ich Webware und den Bügelkleber. Zwar ist die Webware in Querrichtung auch bisschen dehnbar, aber das ist bestimmt besser, als zu steif und dann zerbröseln wie du beschreibst. Natürlich könnte ich die Webware auch längs zum Fadenlauf nehmen, dann ist diese steif. 

Ich habe die einfache W6 Nähmaschine N 1235/61, die geht aber gut, wird nur schwierig mit einigen Stofflagen, es ist nicht ganz so viel Platz. Für diese habe ich auch einen Obertransportfuß, jedoch ist dann noch weniger Platz und man sieht nicht mehr ganz so gut, wo man näht. Dazu die W6 Overlock und W6 Coverlock. Da ich gern auch Schriftzüge mit Zickzack auf die Gesäßtasche sticke, überlege ich nun, ob ich vielleicht eine Computernähmaschine mit Stickeinheit kaufe. Ist aber nicht gerade günstig, um die 1000 Euro (W6 5000 Exklusive und der Sticktisch).

Wasserlösliches Vlies habe ich da, das ist nur leider nicht selbstklebend. Daher kaufte ich mir Washi-Tape, das geht aber mitunter nicht so gut an der Nahtstelle zu entfernen. Kann ich alles ja mit probieren. :)

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Sabine Figge    1.084
Sabine Figge

Ja, spannen nach rechts und links damit der Stoff sich in Nährichtung nicht so dehnen kann. Zusammenschieben in Nährichtung, auch damit er sich nicht so dehnt. Man kann auch (anstatt mit einer Stecknadel zu schieben) Quernadeln stecken mit denen man ein wenig schieben kann - nur immer rechtzeitig wenn sie unterm Nähfuß vor der Nadel ankommen rausziehen. Stütznähte sind unsichtbar, weil man sie in der Nahtzugabe setzt. Sichtbare Stütznähte (Kantestepp) setzt man bei manchen Sachen auf Belegen, die sieht man aber auch nur auf der Innenseite der Bekleidung. ZB. bei Sakkos an der Knopfleiste ab unterhalb Revers bis zum Saum.

Mit leichter Gewebeeinlage im ganzen Bund erübrigt sich das Problem mit der oberen Stofflage. Wenns denn Vlieseinlage sein soll, nimm h180 oder h200 und fixiere komplett.

Im momentanen Nähkurs nehmen eine Gritzner Dorina und eine Privileg (baugleich mit der W6 1615) und Overlocks Gritzner 788 teil, bisher sind Taschen (auch aus Leder), weiche, stretchige Babysachen, dicke Fleecesachen und Sommerkleider entstanden - die beiden einfachen Nähmaschinen machen einen guten Job. Ich selber habe mit einer Pfaff 11 angefangen zu nähen, die konnte nur geradeaus ... habe also, was möglich war mit Kapp- oder Rechtslinksnähten und eingeschlagenen Säumen genäht damit ich nicht gar so viel von Hand nähen musste 😂.

Meine ersten Maschinen in der eigenen Schneiderei waren eine Overlock von Adler und der Schnellnäher, für ZZ eine kleine Kaiser. Die Kaiser musste dann einer Pfaff 955-1 mit IDT weichen, da öfters mal Anzüge von Skispringern repariert oder geändert werden mussten - das Stoff war tricky. Dann folgte noch eine Pfaff creative 1475 cd (kleine Stickereien kann die, ist aber nicht so meine Welt ... wenn ich was gestickt haben möchte gebe ich es in Auftrag), eine Blindstichmaschine, 'ne 4fädige Overlock und seit kurzen eine Kombimaschine, die covern kann - mit der bin ich aber noch in der Kennenlernphase. Ach so, 'ne Janome 6600 ist zwischendurch auch noch dazugekommen, nicht meine beste Freundin.

Diesen Obertransportfüßchen gegenüber bin ich sehr skeptisch - zum einen finde ich die sehr klobig (wie Du schon schreibst, die Sicht aufs Nähgut ist suboptimal), zum anderen denke ich, daß die Motoren von kleinen Maschinen schon darunter leiden wenn sie ein zusätzliches Gerät antreiben müssen. Recht preiswerte Maschinen mit doppeltem Stofftransport, nach den alten Pfaff Bauplänen, gibt es von Gritzner.

Videos kann ich nicht, glaube auch, daß das Nähforum mit dem Datenvolumen überfordert wär - will mal veruchen ein paar brauchbare Bilder zu machen wenn ich an den Reithosen weitermache, der Stoff ist auch sehr elastisch.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
OKL    5
OKL

Das klingt alles sehr nach Handwerkskunst, viel mehr als nur Nähen. 

Okay, das mit den Stütznähten und "Schieben" habe ich verstanden. Mir fehlt da noch die Erfahrung. Hemden habe ich schon genäht, Sakkos aber noch nicht. 9_9

Ich bemühe mich, das Garn ist nun angekommen, auch der Bügelkleber. Paar Tage habe ich noch Zeit, momentan ist die Vorderhose komplett fertig mit Hosentaschen und Reißverschluss und auf der Hinterhose glänzt schon eine Tasche mit J als Stickerei für mein Kind (Jolina). Ist halt bisschen schwierig wenn man an den Ecken der Gesäßtasche das Nähfüßchen hebt um den Stoff zu drehen und dann die Fadenspannung weg ist, an der Stelle dann der Stich zu locker ist. Wenn ich das sehe, ziehe ich am Oberfaden, aber manchmal übersehe ich das auch.

Meine W6 hat auch schon Handtaschen aus Kunstleder genäht, ist aber an dicken Stellen eher schwierig. Habs aber gut hinbekommen, meine Mutsch (Mutter) wurde gefragt, wo es die schöne Handtasche zu kaufen gab. :) So richtig mit Innenfächer und Reißverschluss.

Du nähst wahrscheinlich schon sehr lange und professionell, ich habe erst vor einem Jahr damit angefangen. Leider recht spät, weil der Opa der Mutter meines Kindes war Schneidermeister, er hat alles mit einer Tretkurbelmaschine genäht. Bisschen Garn und so habe ich noch von ihm da, finde aber kaum Verwendung. Ist ewig alt das Zeug und bestimmt auch für Handarbeiten gedacht, nicht für Nähmaschinen. Ich finde die W6 genial, zwar ist die Stichbreite nicht so wie bei einer teuren Maschine oder die Knopflöcher sind nicht so bequem zu nähen, aber prinzipiell reicht sie aus. 

Ich suche auch immer mal bei Ebay-Kleinanzeigen nach Schnellnähern, da gab es auch welche zu DDR-Zeiten mit zusätzlichem Nadeltransport. Allerdings habe ich schon geschwitzt, als ich bei meiner Overlock den verstellten Untergreifer eingestellt habe, das ist Zehntelmillimeterarbeit. Und meine Coverlock ist eher für dünnere Stoffe, nicht für Jeans. Das ist ohnehin eine Diva, ist da mal die Nahtzugabe nicht breit genug, sieht das Stichbild furchtbar aus, vor allem wenn man den Greiferfaden als Sichtnaht haben möchte. Generell ist das Nähen schon etwas komplizierter damit. Wenn ich mir jetzt vorstelle, noch ältere Technik zu haben, dann müsste ich die auch noch verstehen lernen um nicht jedes Mal die Maschine zur Reparatur bringen zu müssen. Nicht immer hat man das Glück, dass einem jemand per Forum hilft (wie mit dem Greifer, wo in einem Forum genau eine Person die Fehlerquelle gefunden hat und erklären konnte, wie man das einstellt) und dass man das selbst auch hinbekommt. Aber so eine Stickeinheit reizt mich schon.  

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
OKL    5
OKL

Ich bin fertig. Den Stoff habe ich quer genommen, zum Fadenlauf war der Stoff noch elastischer. Die Münztaschen und Gesäßtaschen habe ich oben mit etwas Webware verstärkt, genau so die Gürtelschlaufen und den Bund, diesen mit dem Bügelkleber. Die größte Herausforderung war das Annähen des steifen Bundes, da der Stoff der Hose sehr elastisch ist und die Bundweite trotz Stütznaht beim Annähen schier länger werden wollte. Nieten und Knopf sind drin. 

photostudio_1647184409340.jpg

photostudio_1647184490908.jpg

  • Gefällt mir. 1
  • Danke 1

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!

Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.

Jetzt anmelden